Mit unschuldiger Leichtigkeit lädt Beethoven in eine Welt ein, die in Prokofjews „Romeo und Julia“ zur dramatischen Tragödie wird.
Später schafft Chopin Innigkeit, die von Skrjabin in leidenschaftliche Ekstase gerissen wird. Liebe wird in diesem Programm nicht als Zustand gezeigt, sondern als Verwandlung: Ein Werden und Vergehen von Hoffnung, Nähe und Sehnsucht. So entfaltet sich ein Bogen, der sich im Spiegel verschiedener Epochen mit der Frage nach den unzähligen Gesichtern der Liebe beschäftigt, und das Publikum dazu einlädt, sich selbst darin wiederzufinden und neu zu entdecken.
Sonja Kowollik (*2001), aufgewachsen in Münster und aktuell in Berlin lebend, berührt als Pianistin mit einer direkten, unverstellten Art des Musizierens. Sie taucht tief in jedes Werk ein, folgt den Gedanken der Komponisten und lässt sie in der Spontaneität des Moments neu aufleben. Ihr Repertoire ist weit gespannt, ihr Mut zu neuen Wegen spürbar. Dass sie leidenschaftliche Kammermusikerin ist, zeigt sie auch solo: Ihr Spiel bleibt ein Dialog, es kommuniziert hörbar - und lädt das Publikum ein, Teil davon zu werden.
Programm:
Ludwig van Beethoven (1770-1827): Klaviersonate Nr. 10 in G-Dur op. 14 Nr. 2
(I. Allegro, II. Andante, III. Scherzo. Allegro assai
Sergei Prokofjew (1891-1953): Romeo und Julia. Zehn Klavierstücke op. 75
(II. Szene, III. Menuett, IV. Das Mädchen Julia, V. Masken, VI. Die Montagues und Capulets, VII. Bruder Laurentius, VIII. Mercutio, IX. Lilientanz der Mädchen, X. Romeo und Julia vor dem Abschied)
Pause
Frédéric Chopin (1810-1849): Barcarolle Fis-Dur op. 60
Alexander Skrjabin (1872-1915): Prélude für die linke Hand op. 9 Nr. 1,
Klaviersonate Nr. 3 fis-Moll op. 23 (I. Drammatico, II. Allegretto, III. Andante, IV. Presto con fuoco)